Klettergerüstbau.

Ich unterdrücke mit Not einen Reim, in dem die Wörter “Reste” und “Beste” vorkommen. Seit vorgestern liegen Hölzchen und Stöckchen in meinem Garten rum, denn ich habe den Apfelbaum ausgelichtet. Müll, hat mir eine kluge Frau gesagt, die sich beruflich mit Müll beschäftigt, ist etwas, das zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Etwa so verhält es sich mit meinen Holzabfällen. Prima Zeug, das ich absolut nicht gebrauchen kann. Lagerfeuer machen ist verboten, jedenfalls in der Größe, die nötig wäre, um diesen Berg an Geäst abzutragen. Aber manchmal kommen einfach Leute vorbei, die gute Ideen haben. Bei uns auf dem Hof gilt es nicht als unhöflich, gute Ideen zu haben und die auch zu äußern. Darin unterscheidet sich unser Hof vom Rest von Berlin.

Als erstes kam Frau Jacobi und legte ein paar kleinere Zweige zur Seite. Das knabbern die Kaninchen gerne, weiß ich jetzt. Als zweites kam Birgit und fragte, ob sie ein paar von den Zweigen haben könne, um etwas auszuprobieren. Sie brachte ein Buch mit in den Garten: Schmuckstücke für Balkon und Garten von Deborah Schneebeli-Morrell. Es gibt diese Bücher, die von außen so rosa sind, dass ich niemals hineinsehen würde. Birgit schlug zielsicher eine Seite auf und legte das Buch auf die Erde. Dann nahm sie einige längere und einige kürzere Zweige, alle schön dünn und biegsam, steckte sie im Kreis in die Erde und begann drum herum eine Art Korb zu flechten. Das sah gut aus und war kein bißchen rosa. Als sie fertig war, hatte sie eine zweckmäßige, stabile Rankhilfe für Erbsen, Bohnen oder Kapuzinerkresse. Die hat mir so gut gefallen, dass ich auch so ein Ding haben wollte. Meins ist weniger elegant, aber funktionieren wird es wohl auch.

Ein Gedanke zu „Klettergerüstbau.

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