Schwärmerei und Berauschung.

Im Herbst lässt die grüne Üppigkeit des Gartens nach. Die Frage, ob gemäht werden müsste, wird immer häufiger und fast bedauernd mit nein beantwortet wird. Der Garten macht nicht mehr viel und will nichts mehr, nur seine Ruhe. Das meiste ist geerntet. Schnecken und Unkräuter ziehen sich zurück. Wir stellen die Stühle rein und räumen auf. Die Party ist vorbei.

Gegen Herbstkater hilft der Gedanke an den Frühling, der kommt. Ich erinnere mich, im September oder Oktober diesen einen Katalog durchgeblättert zu haben. Frühblüher, manche mit Fotos, andere nur beschrieben. Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen, Tulpen. Vor lauter Herbst habe ich von allem etwas gekauft. Vor lauter Herbst gab es dafür ausreichend Platz im Garten.

Sehr planvoll habe ich meine Blumenzwiebeln überall verteilt und mit aussortierten Esslöffeln ihre Standorte markiert. Dann kam, wie es sich gehört, der Winter. Die Farbe, die ich zum Esslöffelbeschriften verwendet hatte, war hoffentlich umweltverträglich, jedoch nicht winterfest: Sie blätterte ab. Im Januar konnte ich zwar erkennen, dass überall dort, wo ein Esslöffel im Boden stak, ein Frühblüher wachsen sollte. Das ist nützlich, wenn man bemüht ist, auf etwas Unsichtbares nicht zu treten. Nicht mehr nachvollziehbar war allerdings, was genau dort wachsen sollte und welche Farbe das haben würde.

Seit ungefähr zwei Tage sind alle Tulpensorten aufgeblüht. Ich könnt´ die ganze Zeit auf der Gartenbank daneben sitzen und mich an den Farben besaufen!

Ein Gedanke zu „Schwärmerei und Berauschung.

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