Dorfkind-Skills (2)

Ohne Fahrrad ist für Dorfkinder kein Leben. Jedenfalls solange nicht, bis sie Moped fahren können, und mit “können” ist keineswegs “dürfen” gemeint. Dabei gilt, dass jedes Fahrrad, das auf dem Gehöft herumliegt, weil es gerade niemand anders braucht, ein gutes Fahrrad ist und weggefahren werden darf. Ich bin also sehr oft mit Mamas oder Omas Rad im Stehen zum See gefahren, zum Bäcker oder zum Konsum, beides 28er Räder und mir viel zu groß. Ich habe niemals ein Fahrrad angeschlossen. Es hat auch sonst niemand ein Fahrrad angeschlossen, es hatten alle die gleichen ollen Gurkenfahrräder, nur in verschiedenen Farben. Es wäre aber auch nichts zum anschließen da gewesen: Räder wurden angelehnt oder irgendwo fallen gelassen. Und den ganzen Sommer über war ein Badehandtuch auf meinem Gepäckträger. Die eine Luftpumpe dagegen musste für die ganze Familie reichen und blieb deshalb stets in Papas Hängergarage. Schlimmer Weise fahre ich heute noch so. Mit Handtuch, ohne Luftpumpe und ohne Helm, Schloss vergessen, Schlüssel verbummelt. Stadttauglich ist das nicht.

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