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Quittengelee für die Menschen zwischen Berlin und Bad Freienwalde.

Hier abgebildet ist, wie Gespräche über die Hecke weg enden. Grad lobt man noch den Duft von Quitten und beklagt die Obstlosigkeit des eigenen, zugegebener Maßen noch winzigen Quittenbaumes – schon steht die Nachbarin mit dem kompletten Quittengelee-Bausatz vor der Tür. “Ich hab was für Sie”, rief sie mir morgens zu, sie am einkaufen, ich am U-Bahn-gerade-noch-erwischen. Und abends: “Da hatten wir uns doch drüber unterhalten.” Weil ich das unglaublich aufmerksam fand, und freundlich sowieso, habe ich mich streng ans Rezept gehalten und mal die durch-Tücher-Filtern-Variante der Saftgewinnung probiert. Funktioniert perfekt! Weil ich zu doof zum Rechnen bin, 2x 500g Gelierzucker 1:2 und nur 1400ml Quittensaft hatte, habe ich noch 100ml Apfelsaft aufgefüllt. Alles prima, schmeckt genau wie es soll. Selbst die ollen Filtertücher duften quittig! Den hangeschriebenen Zettel mit der altmodischen Handschrift heb’ ich auf. Für immer.

Pflanzzeit!

Ich habe das Frühjahr beschimpft. Zur Strafe muss ich jetzt den Herbst loben. Was ich über den Herbst aus Mangel an Gelegenheit für dieses Wissen eben nicht wusste: Er ist die allerbeste Pflanzzeit. Zu kalt, hätte ich vermutet. Nee, schreibt mir meine Baumschule. Jetzt geht der Spaß erst richtig los! Ja, doch, die Pflanzen haben jetzt Ruhezeit. Das heißt, kein Stress mit Sich-Blätter-Wachsenlassen, Rumblühen oder Früchte tragen. Genau jetzt hätten sie Zeit und Muße, so richtig schön fest anzuwachsen. Ferien. Nichts Besseres zu tun. Einfach den Boden vorbereiten, schön lockern, vielleicht ein bißchen Komposterde rein mischen, vom kahlen Wurzelballen die geknickten Würzelchen entfernen und ab in die Erde mit dem Strunk. Angießen. Fertig! Als Schutz für den kleinen Setzling kann man ihn mit zusammengeharktem Laub einmummeln, schrieb die Baumschule.

Ich habe, weil es doch ein sehr überzeugendes und seltenes Obst ist, eine kleine Apfelquitte gekauft. Das täte jeder, der einmal so flaumige, aromatisch duftende Quitten für drei Euro fuffzich das Kilo in der Hand hielt. Die Nachbarn haben was von Quittenlikör gemurmelt. Wenn der nur halb so wohlschmeckend ist wie die Pflaumenschnapskostprobe, die mir neulich angetragen wurde, hat sich das Einpflanzen schon jetzt gelohnt. Etwa einen Meter ist mein Bäumchen hoch. Bis zu 50cm kann die Quitte pro Jahr an Höhe gewinnen. Mit der Herbstpflanzung hoffe ich ihr etwas Vorsprung verschafft zu haben. Ich freu mich auf die ersten Blüten!

Und wenn es nichts wird, bleibt uns immer noch der Riesling.

Ich kann mich nicht erinnern, wie und warum ich über das Rezept für Quittensenf gestolpert bin. Ich wusste bis eben gar nicht, was Quittensenf ist und wofür ich das brauchen könnte. Aber der Gedanke daran: Der roch so gut!

Nur sechs Zutaten sind nötig:

1 kg Quitten
500 g Zucker
1 Zitrone
100 ml Weißwein
100 g Senfkörner
1 Stück Ingwer

Ich las diese Liste drüben im Blog von Alina und konnte dabei schmecken, was das geben müsste. Ich lasse mich selten von dem Gedanken an Essen beunruhigen, aber der Quittensenf, kleine Liebelei, der wollte was von mir. Und wenn es nichts wird, dachte ich still, bleibt mir immer noch der Riesling. Es ist aber was geworden. Man kann es auf Käsewürfel streichen und den Riesling einfach dazu trinken. Is´n Träumchen! Fruchtig. Scharf. Überraschend. Danke, Alina! Quitten sind eines der besten Öbste überhaupt.