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GR 009 – Die ersten Aussaaten (2)

Wir sind noch immer im März. Der zweite Teil des Kapitels über die ersten Aussaaten ist einigermaßen bizarr. Ich meine mich zu erinnern, im Biologieunterricht auch Bohnen zerschnitten und Bohnenkeime untersucht zu haben, aber ich wäre doch nie soweit gegangen, das Saatgut vor dem Aussäen zu verputzen. Die kleinen, schwarzen Krümel, aus denen später mal Radieschen werden sollen. Oder eingetrocknete Erbsen. Das riecht nicht gut, das sieht nicht gut aus, das möchte nicht gegessen werden. Außer vielleicht geröstet und mit Wasabi umhüllt. Aber selbst dann eigentlich nicht. Nebelthau behauptet nun genau dies: Man müsse Klarheit gewinnen über das, was man da im Boden versenkt, und Saatgut anknabbern gehöre dazu. Ein Gedanke, der mir nicht recht schmecken will. Es ist aber auch sonst ein sehr gefräßiges Kapitel, in dem wir Puffbohnen, Spinat, Radieschen, Rettiche, Gartenkresse, Petersilie, Perlzwiebeln, Lauch, Schwarzwurzeln und Schnittlauch anbauen und zuzubereiten lernen. Weil Nebelthau gerne abschweift, ist dazwischen Platz für Kreuzzüge und die Geschichte, wie der Spinat nach Europa kam. Wer danach keinen Hunger hat, ist kein Mensch.

[shownotes]

GR 007 – Garten im März (2)

Ich lese das März-Kapitel zu Ende, in dem es um die letzten Vorbereitungsarbeiten geht, bevor Beete angelegt werden und gepflanzt oder gesät werden kann. Zur Vorbereitung gehört auch, dass ein Plan gezeichnet wird. Planen klingt angenehm vorwärts gerichtet, ist es aber nicht. Der Gartenplan ist in Wahrheit dazu gedacht, sich im nachfolgenden Gartenjahr noch daran zu erinnern, welche Pflanze an welcher Stelle stand. Niemals dürfen die gleichen Pflanzen an den selben Ort gesetzt werden. Außerdem beanspruchen verschiedene Pflanzen den Boden in unterschiedlicher Weise, zehren ihn stärker oder weniger stark aus, gedeihen besser in einem nährstoffarmen oder nährstoffreichen Grund. Auch deshalb muss notiert werden, was zuvor wohin gepflanzt wurde. Dreieinhalb Merksätze gibt uns Otto Nebelthau dazu an die Hand: 1) Alle Hülsenfrüchte sind schwach zehrende Gemüse. 2) Alle Wurzelgemüse sind mäßig zehrende Gemüse. 3) Alle anderen Gemüse sind stark zehrende Gemüse. Außer Spinat. Was mit dem Spinat ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht erfahren wir das in einem anderen Kapitel. Inzwischen sind meine Gartenarbeiten ungefähr auf dem von Nebelthau beschriebenen Stand des März-Gartens. Dort, wo ich schon umgegraben habe, waren reichlich Regenwürmer. Keine Engerlinge, keine Drahtwürmer. Das trifft sich gut, denn ich habe gar keine Hühner, an die ich sie verfüttern könnte. Weil ich nicht weiß, was im vergangenen Jahr überhaupt in meinem Garten gewachsen ist, säe und pflanze ich alles dahin, wo ich es hübsch finde. Ob das geeignete Standorte sind, wird mir der Herbst zeigen. Ich beobachte und notiere. Mit einer Sache hat Nebelthau aber jedenfalls Recht. Es macht glücklich, in einem frisch eingerichteten Beet mit der Aussaat zu beginnen: Wildrauke, Dill und Schnittlauch.

[shownotes]