Archiv des Autors: Steffi

Schlosspark Schönhausen

Abseits der Einkaufsstraßen und doch mitten in Pankow liegt der Park des Schlosses Schönhausen. Dass ich längst im Schlosspark stehe, fällt mir immer erst auf, wenn ich die helle Fassade durch das dichte Blattwerk der Alleebäume schimmern sehe. Es ist ein Park, in den sich Menschen zum Bücherlesen hinsetzen. Bücher aus Papier. Es ist außerdem ein Park mit beeindruckenden Platanen. Eine von ihnen ist das Lieblingsversteck aller Kinder. Auf dem sonnigen Platz am Eingangstor hat ein Café aufgemacht. Seitdem haben auch die Erwachsenen ein Lieblingsversteck.

Für die Ausflugsplanung:

Schloss Schönhausen
Tschaikowskistraße 1
13156 Berlin

Mit der Tram M1 bis Tschaikowskistraße
Mit dem Bus 150 (Alt-Karow) oder 250 bis Hermann-Hesse-Straße / Waldstraße

Café Sommerlust
April–Oktober 9–17 Uhr
März & November bis zum ersten Frost Freitag–Sonntag 12–17 Uhr
Montag Ruhetag

Quittenduft in Flaschen.

Kein Obst duftet so aromatisch wie Quitten. Keines enttäuscht so sehr, wenn man dem Duft nachgibt und einfach reinbeißt. Trotzdem sind Quitten ein Liebling meines Gartens geworden. Nachdem ich im letzten Herbst gelernt habe, wie Quittengelee gekocht wird, ist dieses Jahr Birnen-Quitten-Saft in meine Küche eingezogen. Die Quitte verstärkt das Aroma der Birne, die Birne süßt. Auf fünf Kilo Birnen genügen allerdings 4 Stück ausgewachsene Birnenquitten. In kleine Stücke schneiden. Reichlichlich mit Wasser bedecken, vielleicht 100g Zucker dazu. Aufkochen, auskühlen lassen, durch ein Tuch seihen. Noch einmal kurz aufkochen, heiß in Flaschen abfüllen.

Wenn mir jemand ein gutes Rezept für Quittensirup empfehlen kann: Ich bin ganz Ohr!

Botanischer Volkspark Blankenfelde

Wie groß Pankow ist, fällt mir immer erst auf, wenn ich in Richtung Norden fahre. Blankenfelde sieht kleinstädtisch aus, der Botanische Volkspark Blankenfelde ist Teil des Naturparks Barnim. Und doch bin ich immer noch in Berlin. An manchen Stellen schimmert ein bißchen Ostberlin durch. Kleinigkeiten nur. Eine bestimmte Art, Treppen zu bauen. Baracken. Der Putz an einer Häuserwand. Der Botanische Volkspark war Rieselfeld, Städtischer Schulgarten, Agro-Biologische Zentralstation. Das hinterlässt Spuren.

Heute ist das Gelände ein öffentlich zugänglicher Park mit Schaugewächshäusern, Wildtiergehege, alten Obstbaumbeständen und einer Imkerei. Es ist ein Lernort für Schulen und Kindergärten, die sich mit Umweltbildung beschäftigen wollen. Hier sind die Bauerngärten der Pankower Biogärtner angesiedelt. Wem das alles viel zu viel Action ist: Das Café mint* im mittleren Gewächshaus ist freundlich, sieht gut aus und hilft gegen Hektik.

Alle Fotos dieser Galerie sind unter CC BY 4.0 lizensiert.

Für die Ausflugsplanung:

Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow
Blankenfelder Chaussee 5
13159 Berlin-Pankow

Bus 107 (Schildow/S-Bhf Hermsdorf), Haltestelle: Botanische Anlage

Öffnungszeiten Park:
Täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
Eintritt 1,00 € (ab 14 Jahren)

Öffnungszeiten Gewächshäuser:
Montag – Freitag 10:00 bis 14:00 Uhr

Öffnungszeiten Café mint*:
Freitag – Sonntag & Feiertage 11.00-17.00 Uhr

Gartenlogbuch September

Ein Gartenlogbuch gab es lange nicht mehr, es war einfach zuviel zu tun. Nach dem vermutlich letzten Rasenmähen des Jahres bin ich mit der Kamera durch den Garten gegangen. Da wächst mehr als ich annahm. Die letzten Kartoffeln sind zwar raus, aber Mangold, rote Bete und Zuccini stehen immer noch. Es wäre auch nicht unklug, ein paar Kräuter und Gewürze zu ernten und für den Winter zu trocknen. Lorbeer und Rosmarin, Thymian und Bohnenkraut, Salbei und Pfefferminze. Auf die flauschigen Quitten freue ich mich.

Feigen überwintern.

Ich hätte geschworen, dass auf den Terrassen des Schlosses Sanssouci in Potsdam nur Wein und nichts als Wein angepflanzt wurde. Stimmt aber gar nicht, Feigen wachsen als Spalierobst am Hang, mit Weinstöcken im Wechsel. Nun ist Potsdam nicht in Italien, jeder botanisch interessierte Mensch fragt sich sofort, wie die den Winter überstehen. Eigentlich ganz einfach: Hinter Glas. Weil aber die Feigen nicht mehr ins Gewächshaus können, kommt das Gewächshaus zu ihnen. Der Hang hat Fenster. 

Endlich eine Lösung, für die ich gar kein Problem habe! 

Der Kartoffelkönig.

Das kleine Kind liebt die Sendung mit der Maus. Wenn ich es frage, woher es Wörter wie Kanalisation oder Belagerung kennt, antwortet es wohlgemut: „Hat Ralph gesagt!“ Manchmal hat’s auch Malin gesagt, oder Armin oder Christoph. In einer Maus-Folge ging es um die Kartoffel und wie sie von Südamerika nach Spanien, Frankreich und später nach Brandenburg gelangte. Den für Kartoffelanbau in Brandenburg zuständigen König hat sich das Kind nicht gemerkt, wohl aber seine elf Windspiele. Und dass Leute dem König Kartoffeln auf’s Grab legen, gefiel dem Kind, auch wenn es die Kartoffeln lieber zu den Hunden bringen wollte. Wir sind also heute nach Potsdam gefahren und haben eine Handvoll Kartoffeln (Linda übrigens, gestern geerntet) beim Alten Fritz abgelegt. Ich fürchte, er wird nun als „der mit den Kartoffeln“ in das Gedächtnis des Kindes eingehen. Aber stimmt ja auch.

Salzgemüse.

Im letzten Jahr bekam ich ein Glas „hier, Salzgemüse!“ überreicht. Ich kannte Gemüse, ich kannte Salz. Aber warum sie das bei meiner Freundin Katrin zuhause  schreddern und zusammenrühren, wusste ich nicht. Es stellte sich heraus, dass Salzgemüse ein anderes Wort für Brühwürfel ist. Außer, dass das Gemüse darin frisch ist und die doofen Zutaten wie Geschmacksverstärker, Zucker, Fett und Hefe kurzerhand weggelassen werden. Das Salz konserviert das Gemüse, und verwendet wird Salzgemüse überall, wo Gemüsebrühe gebraucht wird. 

Weil mein Salzgemüse just vorgestern zur Neige gegangen ist, wollte ich wissen, wie sowas gemacht wird. Katrin hat geduldig gezeigt und erklärt. Ich habe ihren Kaffee weggetrunken und fotografiert. Damit ich es niemals mehr vergesse, kommt hier die bebilderte Rezeptur.

  

Von allem Wurzelgemüse muss etwas dabei sein:
Sellerieknolle, Kohlrabi , Möhre, Porree und Petersilienwurzel. Weil es irgendwie brühwürfelig werden soll, dürfen Liebstöckel und Petersilie nicht fehlen. Salz und Gemüse/Kräuter werden im Verhältnis 1:3 verwendet. Eine praktische Menge für den Hausgebrauch sind 1 1/2 Kilo Gemüse auf 500g Salz.

Gemüse und Kräuter werden gewaschen und geputzt. Je nach vorhandenen Küchengeräten werden das Gemüse geraspelt und die Kräuter fein gehackt oder alles in den Thermomix geworfen oder mit dem Pürierstab zerhäckselt. Hauptsache, es sieht am Ende wie auf dem Foto aus. 

Wenn das erledigt ist, die geraspelte Gemüse-Kräuter-Mischung einmal abwiegen und ein Drittel dessen an Salz unterarbeiten. 1 Stunde ziehen lassen. In Gläser abfüllen. Freuen.

Danke, Katrin!

Astern.

Im letzten Jahr habe ich aus einem befreundeten Nachbargarten eine Aster geschenkt bekommen. Aster ist toll, die blüht, wenn alle anderen fertig sind mit blühen. Eine Blume für vorausschauende Gärtnerinnen. Eine Blume für Erwachsene. Ich war froh, so eine zu haben. Weil sie beim Verpflanzen natürlich nicht blüht, hatte ich keine Ahnung, wonach ich in diesem Jahr Ausschau halten müsste. Ich habe sie irgendwo hin gepflanzt, angegossen, der Winter kam. Allerhand Kraut und Gebüsch ist seitdem drum herum gewachsen, ich habe die Aster vergessen. Am Wochenende habe ich den Garten aufgeräumt. Die Aster hatte Platz und fing klammheimlich an zu blühen. Als ich am Blumenbeet der Schenkerin vorbeispazierte, dachte ich: Die Blume da, die lilane, die kommt mir aber bekannt vor! Die hab ich schon mal gesehen. Eine halbe Minute später fand ich sie unter meinem Apfelbaum wieder und freute mich zum zweiten Mal. Dankeschön!

Wintersteckzwiebeln und Herbstsalat.

Im Pflanzenmarkt war ich wegen der Himbeeren. Die sollten aufhören, in Nachbars Beeten rumzuliegen. Ein paar Hölzer und etwas Draht. Ich kann leider nicht durch so einen Markt gehen, ohne kurz nachzusehen, was es alles gibt, um das Gartenleben zu verbessern. Über einen Schlauchwagen hatte ich nachgedacht, eine neue Rasenkantenschere, ein Kabel für den Rasenmäher – all das wäre nützlich. An der Hängematte bin ich gerade so vorbei gekommen, ebenso an den geblümten Schippen. Ich wollte ja bloß Hölzer und Draht für die Himbeeren, keine Angry-Bird-LEDs. Und dann haben sie was sehr gemeines gemacht im Pflanzenmarkt. Kürbisse lagen da, in allen Farben, Formen und Größen. Für Suppe, zum Schnitzen, als Dekoration. Das Jahr ist vorbei, die Beete sind leer, sagten die Kürbisse. Das hat mich so traurig gemacht, dass ich zehn kleine Herbstsalate, eine Tüte Wintersteckzwiebeln und eine mir unbekannte Anemonensorte kaufen musste. Zum sofort pflanzen.