Archiv des Autors: Steffi

Sprichwort mit Grün.

Ich verstehe, was sich der Mensch dachte, der die Redewendung von der grünen Hoffnung ins Rennen geworfen hat. Ich hoffe, keine Schnecke frisst den Salat (sondern ich). Ich hoffe auf rote Johannisbeeren. Ich möchte Erdbeeren reifen sehen. Ich bin zuversichtlich, was Zuccini und Kürbis anbelangt. Und alle meine Hoffnungen sind momentan ganz unreif und grün.

Don’t mess with your Hausmeister.

Ich hatte nach einem Verlängerungskabel gefragt. Mein Rasenmäher braucht eins, und ich habe keins. Daniel, unser Hausmeister, verwahrt allerhand nützliche Dinge in seinem Hausmeisterschuppen. Auch dreißig Meter Verlängerungskabel. Meine Frage gefiel ihm nicht, oder vielleicht gefiel ihm auch mein Rasenmäher nicht, oder er hat noch immer kein Vertrauen in mein handwerkliches Geschick. „Warum nimmst’n nicht einfach meinen Rasenmäher? Brauchste kein Kabel für.“ Wer bin ich, meinem Hausmeister zu widersprechen? Der hat im Gegensatz zu mir drei richtige Berufe gelernt, darunter Garten- und Landschaftsbau. Sein Rasenmäher ist ein benzingefülltes Raketentriebwerk, und ratzfatz ist der Rasen ab. Profiwerkzeug eben. Menschen, die sagen, dass gutes Werkzeug wichtig ist, haben Recht. 

Mir bleiben für die Zukunft drei Optionen. Endlich ein Kabel kaufen. Endlich einen Rasenmäher kaufen. Endlich Rasen raus und überall Kartoffeln anbauen. Vor allem aber dies: Immer auf den Hausmeister hören!

Gartenradieschen.

Kein Essen schmeckt jemals besser als eigenhändig geerntetes. Die April-Radieschen sind fertig. Der Kronsohn hat nachgesehen. Er findet, die gehen schon. Ich hab schnell neue gesät.

(Von dem Experiment mit den Radiesern im TetraPak rate ich ab. Viel Blatt, wenig Bommel. Die mögen schon lieber etwas tiefer wurzeln, nehme ich an.)

Piepmätze.

Neben vielen anderen schönen Sachen gibts bei uns in Hof und Garten reichlich Tiere. Nicht nur die Atzenbande, unsere Eichhörnchen, sondern auch Stare, Spatzen, Meisen, Amseln und Eichelhäher. Die Meise residiert bei Nachbars und fliegt schneller als ich fotografieren kann. Muss sie, ihre Familie ist groß und hungrig. Neu ist mir der grüne Kollege – Ein Fink vielleicht?

Aus dem Abendgarten.

Abends ist mein Garten am schönsten. Ich sehe nach, was meine Pflanzen heute so geschafft haben. Das Tränende Herz hat sich durch die Vergissmeinnichtrabatte gekämpft. Stachelbeeren, Johannisbeeren und Kirschen habe Früchte angesetzt. Die Quitte trägt ihre Blüten heute geöffnet. Wild wurzeln neue Himbeersträucher aus dem Boden. Dill und Sonnenblumen sind aufgegangen. Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne glänzen sie alle ruhig und zufrieden.

Tränendes Herz kichert leise.

Eine Blume, ohne die der Oma-Garten einfach kein Oma-Garten wäre, ist das Trändende Herz.  Das heißt so, weil aus seinen herzförmigen Blüten ein weißer Tropfen hervorzuquellen scheint. Es hat noch einen zweiten, ebenso bildhaften Namen. Das „Männchen in der Badewanne“ wird aber erst sichtbar, wenn die Blüte aufgeklappt und nach oben gekehrt ist.

Quitterosa!

Ja doch, ich weiß ja, dass es „quittegelb“ heißt. Aber hier, meine Quitte blüht, und zwar rosa,  und davon ziemlich viel. Die Blätter sehen so pelzig aus wie später die Früchte. 

Der erste Pfefferminztee.

Der groß- und einzigartige Stefan Schwarz schrieb neulich über die Mühsal, die der auf sich nimmt, der Giersch bekämpft. Nix gegen Giersch – es ist der einzige Salat, den meine Schnecken stets unversehrt und vollzählig hinterlassen, wenn sie ihre Teller zur Seite stellen. Anderseits: Giersch. Was nicht mal den Schnecken schmeckt, isst auch sonst niemand, der die Wahl hat. Ich habe zu wenig Platz, um ihn einer Pflanze zur Verfügung zu stellen, die ich gar nicht leiden kann. Weil Giersch, einmal angesiedelt, kaum wieder verschwindet, habe ich ihm ein ähnlich raumgreifendes Kraut als Konkurrenz gepflanzt. Pfefferminze! Ich bekämpfe Unkraut mit Unkraut. Klappt bisher ganz gut, und Pfefferminze hab ich bisher noch jedes Jahr komplett wegzusaufen geschafft.