Der Kirschbaum, den ich gepflanzt habe, hat eine einzige Kirsche hervorgebracht. Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, der Farbe wegen auch Bernstein- oder Wachskirsche. Is’n Anfang. Aber ich hätte auch ein paar mehr geschafft.
Der Kirschbaum, den ich gepflanzt habe, hat eine einzige Kirsche hervorgebracht. Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, der Farbe wegen auch Bernstein- oder Wachskirsche. Is’n Anfang. Aber ich hätte auch ein paar mehr geschafft.
Den Kirschbaum haben meine Eltern gepflanzt, und nie konnte ich Kirschen essen, ohne mich zu verschlucken, weil ich, die eine Kirsche noch im Mund, ihre Saftigkeit unterschätzend schon gierig mit langen Armen hoch nach der nächsten griff. Dass das heute noch so ist, ist ein Glück.
Grad werden draußen die ganzen Süßigkeiten reif. Der Kronsohn belauert insbesondere die Johannisbeeren. Die sind wohl rot, aber noch nicht rot genug. Leider ist dieser Unterschied Kindern schwer zu vermitteln.
Ein zerzauster Garten am Waldrand. Darin ein Holzhaus für die Kinder, Duftjasmin, Hängematten, eine Feuerstelle. Ein Häuschen mit Veranda, ein Schuppen und draußen ein Klo. Viel märkischer Sand, und trotzdem alles grün. Alte Apfelbäume. Eine Eiche. Zur Erinnerung ein paar Gartenschrammen an meinen Armen, weil ich unbedingt den Torbogen frei schneiden wollte. Als wir wieder in der Stadt waren, fiel mir auf, wie erholsam das war.
Nur für einen halben Tag raus aus der Stadt, das genügt manchmal schon. Picknick am See, zweimal Gänsehaut vom Baden, mit den ersten Regentropfen des Sommergewitters nach Hause und alle Fenster auf.
Die Pfingstrose habe ich fast genau so lange wie den Garten. Gekauft habe ich sie, weil der Name so schön war. Sarah Bernhardt. Ich habe sie gleich im ersten Jahr gepflanzt. Sie sah nicht aus, als würde sie heimisch werden. Berlin, wer will das schon? Dicke Luft, die Nächte hell und ständig dieser Lärm. Heute ist ihre allererste Blüte aufgegangen. Wer drei Jahre Geduld mitbringt, bekommt auch mal ’ne rosa Blüte.
Unter der Bank steht das Vogelfutterhaus. Ich habe es dort vergessen. In der Zwischenzeit ist eine Maus eingezogen. Die saß heute auf meinem Zwiebeltopf, wo die Tulpenzwiebeln auf den Herbst warten. Ich habe die Maus im Verdacht, meine Erdbeeren anzufressen. Auch die Zwiebeln hat sie probiert. Während ich aber nützliche Tiere wie Spinnen und Schnecken umstandslos rauswerfe, überlege ich, dem Knopfauge das Futterhaus zu lassen. Niedlich kucken hilft eben doch.
Auf dem Heimweg vom See, die Haut kühl gebadet. Duftender Holunder. Heckenrosen. Zwischen Heuballen schreitet ein Storch. Heute wird es bestimmt nicht dunkel, und nie hat ein Tag besser gerochen.
Ab jetzt wachsen die Blumen wieder so im Übermaß, dass es keine sichtbaren Lücken reißt, wenn ich ein paar mit nach drinnen nehme. Im Gebinde sind Geißblatt, Bartnelken, weiße Rosen, Nelkenwurz, Frauenmantel, Liebstöckl und Fenchel.
Berliner Eltern, die Kindergartenkinder bei sich wohnen haben, kennen den Roten Hof in Strausberg meist als Ziel der Abschlussfahrt. Dort angekommen stellen Berliner Kindergartenkinder einmal kurz fest, das ein Schwein anders stinkt als ein Auspuff, ziehen ihre Stadtkinderschuhe aus und beginnen ein lustiges Leben zwischen Streicheltieren, Ankuck-Tieren und Reittieren. Barfuß. Übernachtet wird im Tipi oder im Wohnwagen, gegessen wird draußen. Der kleine Hofladen hat Eis für die Kinder und kalte Biere für mitgereiste Eltern. Der nächstgelegene Badesee ist gemütlich zu Fuß erreichbar. Wer Spirelli mit Tomatensoße genauso gerne mag wie alle Vierjährigen dieser Erde, kann dort ein überaus entspanntes Wochenende verbringen.
Für die Ausflugsplanung:
Kinderbauernhof Roter Hof
Roter Hof 2
15344 Strausberg
S-Bahnhof Strausberg Nord & Fußweg
01. April bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr
01. November bis 31. März
Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 16.00 Uhr