Archiv des Autors: Steffi

Wiesenblumen bestimmen.

Ich hatte unterwegs Blumen gefunden und sie lieber fotografiert als gepflückt. Nichts gegen schöne Blumensträuße, aber was auf der Wiese wächst, hat meistens gute Gründe dafür. Fotos dagegen kann man mitnehmen, ohne dass sie unterwegs ihren Glanz einbüßen. Ich wollte wissen, was ich da gesammelt hatte. Ganz einfach, dachte ich. Googelste mal Wiesenblumen. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht … Kennt jemand ein gutes, handliches Bestimmungsbuch für die handelsüblichen Wildblumen am brandenburger Wegesrand?

2015-07-11 18.40.28
1. Wiesenflockenblume oder Ackerkratzdistel?

2015-07-11 18.48.06
2. Hainsalbei oder Natterkopf?

2015-07-11 18.17.12
3. Jakobs-Geiskraut oder Wiesenbocksbart?

2015-07-11 18.42.16
4. Kleinblütige Königskerze oder Lamarcks Nachtkerze?

2015-07-11 18.11.27
5. Taubenkropf-Leimkraut oder Gewöhnliche Klatschnelke? Jaja. Schon gut. Das ist das selbe.

2015-07-11 18.41.17
6. Wiesenschafgarbe. Die kenne ich.

2015-07-11 18.29.15
7. Wilde Möhre , Giersch oder Bärenklau?

2015-07-11 18.44.39
8. Waldwicke. Aber halt rosa.

2015-07-11 18.37.58
9. Gemeine Margerite oder Acker-Hundskamille?

2015-07-11 18.45.49
2015-07-11 18.39.37
10. Die Früchte der Kartoffelrose sind aber auch bloß Hagebutten.

Sommerfrische.

Man müsste Gerüche zeichnen können. Den fruchtigen, weißen Burgunder, den kühlen See, den Duft von gebratenem Fisch. Ein Gartenlokal mit Wasser rechts und Wasser links. Dazwischen ein Kübel mit rosa Hortensien. Das Blätterdach aus Buchen und Weiden. Drostenhaus und Dorfanger. Darauf eine Linde, die ich nicht mit den Armen umfassen kann. Eine Bank ist um ihren Stamm gebaut, auf der meine ganze Familie Platz fände. Die hellgrüne Krone duftet und summt. Das ist Sommerfrische.

Kartoffeln.

Alles ist nichts gegen die Vorfreude, die mich befällt, wenn ich blühende Kartoffeln sehe. Es wird zum ersten Mal eine richtige, lohnende Kartoffelernte geben, weil die einfach alle geworden sind. Adretta, Linda, Bamberger Hörnchen. Nicht nur dort, wo ich Saatkartoffeln gelegt habe, sondern auch an den Stellen, an denen ich im letzten Jahr unordentlich geerntet habe.

Ist. Soll. Werkzeug.

Ein Garten braucht offenbar Feinde, die wohl zurückgedrängt, aber niemals vernichtend geschlagen werden. Es wäre etwas aus dem Gleichgewicht, wenn ich keine Hecke, keinen Rasen, keine Blattläuse, Schnecken und Stare mehr hätte, keinen Giersch oder Flieder. So kann ich regelmäßig drüber schimpfen, ein bisschen dran rumkratzen und einmal im Jahr den Muskelkater verfluchen, den ein anständiger Heckenschnitt verursacht. Zum Beispiel heute.