Abendbrot in der Fischerhütte „Zur Fischerhütte“, Terrasse mit Seeblick. Anglerquartett. Schilfgürtel, Haubentaucher. Freunden hinterherwinken und einfach mal einen unbekannten, staubigen Feldweg entlang fahren.
Abendbrot in der Fischerhütte „Zur Fischerhütte“, Terrasse mit Seeblick. Anglerquartett. Schilfgürtel, Haubentaucher. Freunden hinterherwinken und einfach mal einen unbekannten, staubigen Feldweg entlang fahren.
Die Kinder kucken Fische. Sie würden sie auch fangen, aber Fische sind schlau und schnell.
Eine Kirche an einer Straße. Das ist schon das ganze Dorf, und weiter bin ich heute auch nicht gekommen.
Nichts gemacht, und zwar den ganzen Tag lang. Ein Hauch Sonnenbrand vom herumliegen, allerhand Sand in den immer noch nassen Haaren. Sonnencremegeruch. Kapuzenjacke, hellgrau. Abendrot.
Schon früh um neun drückende Hitze. Kann sein, es gibt später Gewitter. Aber jetzt noch nicht. Wir haben Brause und Stullen und den Rest vom Kuchen eingepackt. Handtücher und Sonnenbrillen. Der See gleich am Ortseingang gefällt uns gut. Das Ufer ist abschüssig. Ein paar Paddler haben angelegt. Wir stehen im Wasser und spritzen uns gegenseitig nass, schwimmen raus und trocknen danach in der Sonne. Über uns ein roter Milan, drum herum Wald. Am Nachmittag gehen wir Eis essen. Ein Kinderferientag.
Ein Beet mit Rosen und Hortensien und Buchs und Phlox und Cosmeen und Ringelblumen und überhaupt allem, was es gibt. So groß wie mein ganzer Garten. Das Haus war kaum mehr zu sehen.
Wenn ich drei Wochen draußen bin, wo der Mangel an Internet durch ein Übermaß an Seen und Obstbäumen ausgeglichen wird, überlege ich oft, ob ich hier leben könnte. Richtig leben. Für immer ohne Schienenersatzverkehr. Weil einfach nichts hin fährt. Vielleicht bleiben manche nur hier wohnen, weil es so schwer ist, wieder weg zu kommen. Drei Wochen lang kann ich das sehr gut aushalten. Vielleicht sogar vier oder sechs oder acht. Etwas abseits der Welt, artenreich und menschenarm. Irgendwann hätte ich alle Bücher gelesen, alle Sauerkirschen verkocht und auch überhaupt keine Lust mehr, Pilze sammeln zu gehen. Und dann?
Das Landleben sieht anders aus, als es Zeitschriften wie „Landlust“ vermuten lassen. Niemand beschäftigt sich ernsthaft damit, aus Getreidehalmen Serviettenringe zu flechten. Zumindest niemand, den ich kenne. Allgemein werden auffallend wenig karierte Schürzenkleider getragen. Selbstgenähte zumal. Die Bauergärten, die immer so hübsch aussehen, ja? Noch nie einen gesehen. Die Bauern müssen jetzt nachts Trecker fahren, um das Getreide vom Halm zu holen. In echt hat hier kein Mensch Zeit. Außer den Urlaubern. Blumengestrüpp wächst unbeaufsichtigt vor sich hin, Äpfel werden reif und fallen runter. Geharkt wird auf dem Friedhof, und nur an hohen Feiertagen. Die Muße, die ich habe – die hat niemand sonst. Möchte ich ohne Muße hier leben?
Neben mir schläft mein Kind. Sein Schlafanzug ist gestreift, die Socken blau. Er schnarcht erkältet vor sich hin. Viel zu groß das Kopfkissen, das Bett und die Decke. Ich streichle kurz über seine sommerschwitzigen, weichen Haare. Doch, Leben ist einfach. Nein, viel mehr brauche ich nicht. Was draußen um uns herum ist, ist vielleicht gar nicht so wichtig. Nur, dass wir beide zusammen hier sind. Oder woanders.
Und auf jeden Fall muss am Feldweg Obst gepflückt werden. Kirschen und Mirabellen wachsen da, rot und saftig, sauer und süß. Wir werden heute abend Marmelade kochen. Die passt so gut auf Zeltplatzbrötchen.
Wenn ich das nächste Mal am Bahnhof bin, dann um den Allerschönsten dort abzuholen. Heute hab ich ihm nur hinterhergewunken.
Mit Filzstiften hab ich lange nichts gemalt. Heute ja: Einen Anfang. Jeden Tag eine Skizze, das ist der Plan für den Sommer. Danke, liebe @klappstulli für die schönen Malsachen!
Mein Urlaub beginnt mit diesem Bild. Tschüss, kleine Gartenbank! Wiedersehen, hübsche Strohblume! Adieu, liebes Gerümpel! We’ll meet again.