Archiv des Autors: Steffi

Abendessen, selbst erlegt.

Ich kann auch Fische ausnehmen, aber Mangold pflücken sieht einfach besser aus.

Gebrauchsanweisung:

Waschen, waschen, waschen. Mangold aus dem Garten ist überraschend sandig. Butter in dem größten Topf, den ihr habt, zergehen lassen. Da rein kommen die klein geschnittenen Mangold-Stiele. Die Blätter brauchen nicht so lange und werden -ebenfalls zerkleinert- erst etwas später dazu gegeben. Schlagsahne, Salz, Muskat dran, köcheln lassen. Geht als Beilage, aber auch über Spagetti. Schmeckt wie Spinat, bloß in gut.

Gute Nacht, @klappstulli! (42)

Es regnet so heftig, dass einfach alle stehen bleiben. In Hauseingängen, unter Brücken. Ich laufe an ihnen vorüber. Meine Brille ist beschlagen und verregnet, ich trage sie in der Hand. Von meinem Ärmel läuft Wasser. Die beiden unscharfen, roten Flecken da: die bewegen sich. Das müssen meine Füße sein. Ich versuche schon längst nicht mehr, den Pfützen auszuweichen. Meine Schuhe, meine Strümpfe sind nass wie Küchenschwämme. Ich trete mit Schwung ins Wasser. Es ist sommergewitterwarm, und könnte ich was sehen, wäre es vielleicht sogar schön.

Auch mal schöpferisch tätig sein.

Ich weiß nicht, wann das passiert ist. Ich bin eine Bastelmutti geworden. Papierschöpfen, Alter! Angenehmer Weise braucht man dafür kein Gehirn. Sondern bloß einen Mixer und ein Schöpfsieb. Dann ist es ganz leicht: Papier einweichen, pürieren, mit Wasser auffüllen, mit dem Sieb schöpfen. Abtupfen, vom Sieb nehmen, auf Zeitung trocknen lassen.

Die Papierpampe kann mit Temperafarbe gefärbt oder mit Blütenblättern angereichert werden. Wer richtig übertreiben will, schöpft erst Papier und bindet dann ein Skizzenbuch draus.

Hübsch den Tag verplempert.

Marmelade aus allem, was rot ist, gekocht: letzte Erdbeeren, erste Himbeeren, rote Stachelbeeren (höchstens fünf), allerletzte Johannisbeeren (sehr wenige). Rucola-Pesto gemacht, weil ich die Etiketten mag. Und Rucola auch. Salbei-Pesto gemacht. Stand im Weg, der Salbei. Ich bin zufrieden mit mir und dem Tag. Wie immer, wenn ich Essen haltbar mache, fühle ich mich umsichtig und vorausschauend. Ist Quatsch, aber schön so.

Gartenlogbuch Juni.

Der Juni ist zuende, mit ihm die Erdbeeren. Die schwarzen Johannisbeeren sind schon Marmelade. Die Marmelade ist meistanteilig schon verfrühstückt. Gerade gibt es Himbeeren. Und Blumen! Unmengen Blumen. Und Arbeit, jede Menge Arbeit. Es wächst auch dauernd welche nach, beispielsweise an den Bäumen. Ich glaube, es wird ein Apfeljahr. Außerdem wird es ein Zuccini-Jahr. Schade, dass man aus den doofen Schnecken nichts genießbares machen kann, denn ein Schneckenjahr ist es leider auch.

Gute Nacht, @klappstulli! (41)

Hellgrau mischt sich in Weiß. Ein paar Vögel singen noch. Das Grau wird dunkler. Schwer zeichnen sich die Wolken ab. Draußen wird es still. Die Wolken treiben auseinander. Der Himmel dahinter ist überraschend klar. Ein Hauch Orange im Wolkengrau verrät, dass die Sonne untergegangen ist. Ein Blick auf die Uhr. Ich habe gerade zwei Stunden lang zugesehen, wie es dunkel wird.

Das Getränk zum Sommer.

Ich habe, dem @othertimes und twitter sei’s gedankt, mein Getränk für diesen Sommer gefunden. Das kam so:

„Helft mir mal: Ich hab Limetten, Orangen, Rum, Rohrzucker. Eventuell Eis. Gibt das’n Getränk, oder trink ich die Limetten pur?“

Das fragte ich gestern Abend das Internet, denn eine liebe Besucherin war auf dem Weg zu mir. Woraufhin ich viele Antworten und eine handfeste Gebrauchsanweisung bekam:

„Limetten mit dem Rohrzucker am Boden eines Glases zerdrücken (Mörser oder Messergriff). Eis bis zum Rand und mit Rum auffüllen. Und lass die Orangen weg. Die passen nicht dazu.“

Das kommentierte @keanofcu , dem ich in Getränkefragen von je her vertraue, so: „hör auf @othertimes, er hat recht wie so oft.“

Weil das stimmt, habe ich einfach weiter gemacht:

„Normalerweise bräuchteste noch was „prickelndes“ (Hast Du noch Mineralwasser?), damit das gut schmeckt. Geht aber auch so.“

Mineralwasser war im Hause.

„Perfekt. Dann alles wie vorher, aber 50:50 mit Rum und Mineralwasser. Dann passts.“

Und, was soll ich sagen? Schmeckt ausgezeichnet. Verträgt übrigens noch ein bißchen Minze und Zitronenmelisse. Ihr wisst schon – Vitamine und so. Online-Cocktailmixkurs. Falls ihr euch mal wieder fragt, was das Internet je für euch getan hat …