Archiv des Autors: Steffi

Straußzeit.

Die Gartensträuße werden bunter. Der blaue Borretsch, gelbe Ringelblumen, Mädchenaugen, Sonnenhüte, die ersten roten und weißen Rosen, die letzten Bartnelken. Und trotzdem ich mit einem Arm voller Blumen nach oben gegangen bin, gibt es nirgends kahle Stellen im Beet.

Schwarze Johannisbeeren.

Im Grunde sind schwarze Johannisbeeren scheußlich. Nie hätte ich eine gepflanzt. Die war schon vor mir da. Ich habe sie also behalten, so wie man seufzend kleine Katzen, die einem zulaufen, entwurmt, füttert und behält. Selbst wenn sie nur drei Beine und ein Knickohr haben. Wogegen aber wirklich nichts zu sagen ist: Schwarze Johannisbeermarmelade. Naja, und der Strauch ist auch ganz hübsch.

Rezept:

500g Gelierzucker 1:2
450g Schwarze Johannisbeeren
350g Erdbeeren

Einmal fix pürieren. Unter wildestem Rühren in einem viel zu großen Topf zum Kochen bringen, 4min kochen lassen. In saubere Schraubgläser füllen.

Garten für Eilige.

Die Erdbeeren hatten beschlossen, binnen einer Woche allesamt reif zu werden. Die, die jetzt nachreifen, sind schon deutlich kleiner und auch nicht mehr so viele. Also schnell noch den Rumtopf angesetzt. Die Zuccini blühen, die erste Kapuzinerkresse auch. Weil ich sie vergessen habe, blühen sogar die Radieschen. Weil alles für irgendwas gut ist, binde ich sie in Sträuße ein und stelle sie in Vasen. Der Rest ist Urwald und soll es auch sein.

Gute Nacht, @klappstulli! (40)

Ich schneide Bartnelken. Eine weiße zuerst. Dann zwei dunkelrote. Dazu etwas von dem Rankengewächs, das den Misthaufen fest umschlungen hält. Mein Liebstöckl ist ins Kraut geschossen und trägt nun gelbe Blütendolden. Die zierliche Kresse blüht weiß. Ich nehme von beidem etwas mit. Sehr essbar riecht, was ich jetzt in den Händen halte. Spinat müsste gut dazu passen. Vor drei Wochen hätte ich den ernten sollen, jetzt steht er überkniehoch. Ich pflücke ein paar Stiele ab und stecke sie rechts und links neben den Nelken fest. Dann klaue ich noch gelbgrünen Frauenmantel aus der Rabatte, die gar nicht meine ist, und freue mich über den ersten Gartenstrauß in diesem Jahr.

Gartenlogbuch: Juli bis September

Der dritte Teil des Gartenlogbuchs zum Selberschreiben hat lange auf sich warten lassen. Wir sind inzwischen im Hochsommer angekommen, grüner wird der Garten nicht mehr. Es bleibt wenig Zeit zum Schreiben, andauernd will irgendwas geerntet werden. Oder gegossen. Oder gemäht. Dazwischen wird auch ab und an etwas haltbar gemacht. Als Marmelade oder Kompott eingekocht, in Öl oder in Alkohol konserviert. Weil das so schön ist, habe ich neben den Standards (Kalendarium, Projektseiten, Pflanzenseiten) zwei Rezepte illustriert und ein paar Etiketten entworfen. Schätze, das wird gebraucht. Wie immer gilt: Wenn euch etwas fehlt oder ihr tolle Ideen habt, was noch in dieses Buch gehört, her damit!

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Guten Morgen, @klappstulli! (1)

Morgens liegt der Hof still in der Sonne. Dahinter beginnt die Stadt. Ich setze mich auf die Bank unter dem Apfelbaum. Nur kurz, ich muss gleich weiter. Im Garten nebenan frühstückt eine Schar schwarzbraun gesprenkelter Stare. Ringeltauben gurren. Zwei Spatzen schütteln den Flieder. Eine Amsel hüpft auf den Zaun. Sie neigt den Kopf zur Seite und sieht mich an: „Nun geh schon endlich arbeiten!“ Morgens ist hier geschlossene Gesellschaft.

Gute Nacht, @klappstulli! (39)

Die Kinder haben sie zuerst entdeckt. Mitten im Wald eine Lichtung, darauf die Reste einer Siedlung. Feldsteinsockel, überwachsen von wilden Erdbeeren. Eine kleine Eidechse sonnt sich dazwischen. Die Kinder haben aber nur Augen für die Erdbeeren. Käfer brummen. Die Akazie duftet süß. Es ist noch nicht Sommer, nur erst der Vorgeschmack darauf. Eins der kleineren Kinder legt jeder von uns eine ungefähr rote Beere in die Handfläche. „Hier, für euch! Die Frauen sollen auch was abbekommen.“

Fundstück.

Ich wohne klein, ich sammle nichts. Vintage ist für die anderen, ebenso shabby chic und Retro. Meine Oma ist zeitgemäß eingerichtet. Interessante Dachböden gibt es nur noch in den Artikelbeschreibungen bei eBay. Ich mag Flohmärkte nicht besonders, und die meisten second-hand-Läden riechen komisch.

Trotzdem gehört mir jetzt dieser Eimer da. Stand mutterseelenallein neben den Mülltonnen. Da, wo sonst immer aussortierte Radios stehen. Das Beste aus den Neunzigern. Mein Eimer ist fast siebzig Jahre alt. Wer hebt sowas auf? Wer wirft sowas weg?

Nehmen Sie einen alten Metalleimer und malen Sie Blumen darauf, las ich neulich in einer Bastelanleitung. Ich habe flugs umgeblättert. Jetzt, wo ich einen alten Metalleimer habe, werde ich ihn möglicher Weise mit altmodischen Blumen bepflanzen. Anmalen werde ich ihn gewiss nicht. Ich find den gut so.