Archiv des Autors: Steffi

Schneckenschreck.

Als die Schnecken letztes Jahr meine Salate, das Basilikum, die rote Bete, die Kürbisse und Zuccini samt und sonders vernichtet hatten, schwor ich Rache. Mord und Totschlag. Vergiftung. Und jetzt kuckt, was ich gekauft habe: Einen Blumenmischung, die Schneckenschreck heißt. Ich Hippie, ich. Ich seh schon, wie sich die Schnecken tot lachen.

Gartenlogbuch Januar.

Der Januar war zunächst so mild, dass der Garten im Begriff stand, sich neue Blüten wachsen zu lassen. Tja, Schneeglöckchen – da hattet ihr euch zu früh gefreut. Ich auch. Ich hoffe, ihr macht mir die Freude, noch am Leben zu sein, wenn der weiße Quatsch weg ist. Gleiches gilt für Krokusse und Tulpen, die auch schon ihre neugierigen Nasen gezeigt hatten.

Außerdem müsste ich endlich mal den Apfelbaum schneiden, sagt mein Hausmeister. Was der sagt, stimmt meistens. Wenn er sagt, wo das Bier steht, sogar zu hundert Prozent.

Rezension: Berlin gärtnert

Als bester Garten-Reiseführer 2013 wurde das handliche Buch „Berlin gärtnert“ ausgezeichnet. Es ist überraschender Weise genau das: Ein Reiseführer durch einen großen Garten namens Berlin. Großstadtgrün als exotische lebende Wand, in Baumscheiben am Straßenrand, als Hausgarten im Innenhof, traditionell im Kleingarten am Bahngleis oder seit neuerem in Gemeinschaftsgärten – davon haben die meisten Berliner zumindest schon einmal gehört. Aber Weinanbau? Berliner Riesling? Streuobstwiesen zwischen Plattenbauten? Ich bewege mich aufmerksamer durch die Stadt, seitdem ich weiß, dass das alles da ist.

„Berlin gärtnert“ untersucht die Möglichkeiten zum Pflanzen in fünf unterschiedlichen räumlichen und rechtlichen Situationen. Da wäre zunächst die Gartenfreundin ohne Garten. Ihr bleiben der Balkon, das grüne Dach, der Hinterhof, der Vorgarten. Aber auch die Fassade könnte sie begrünen. Wilder Wein, Efeu, Blauregen oder Geißblatt sind gute Fassadenkletterer. Der Großstadtgärtner auf eigenem Grund hat meist ein Stück Land gepachtet, besitzt einen Hausgarten oder wohnt in einer Gartenstadtanlage. Das Stadtbild ist allerdings viel stärker durch alle diejenigen geprägt, die im öffentlichen Raum pflanzen und säen – manchmal am Rande der Legalität, manchmal gemeinnützig. Ein eigener Abschnitt ist dem gemeinsamen Gärtnern auf Stadtbrachen gewidmet. Wie groß so ein Garten wohl werden kann, wird im letzten Abschnitt überlegt. Eine Farm in der Stadt, ist das vorstellbar? Na klar! Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich fast alles vorstellen.

Ganz nebenbei verschenkt „Berlin gärtnert“ unzählige nützliche Ideen, Hinweise und Fachwissen, nennt Links und Ansprechpartner und trägt zusammen, was benötigt wird, um sofort mit der Begrünung der Stadt anzufangen. Oder weiterzumachen. Oder herauszufinden, was das ist, das da wächst. Auch darauf ist Berlin vorbereitet. Die Bücherei des Deutschen Gartenbaues e.V. beispielsweise wird von der Technischen Universität verwaltet und ist öffentlich zugänglich. In ihrem Bestand befinden sich einige der schönsten illustrierten Bücher über Obstbäume, die mir je begegnet sind. Es ist ein Schatzkästchen von Buch, das die Herausgeberin Jana Kotte da zusammen getragen hat. Für Entdecker.

Berlin gärtnert – Kübel, Beet und Samenbombe
Jana Kotte (Hrsg.)
Edition Terra 2012
14,80 €

La cucaracha.

Gestern Mittag gesät. Knapp 18 Stunden später keimen die Kressesamen schon munter vor sich hin, obwohl eigentlich alles dagegen spricht. Der Topf hat keinen besonders sonnigen Platz, weil es im Winter keine besonders sonnigen Plätze in unserer Wohnung gibt. Die Luft ist eher trocken, denn wir pflegen zu heizen. Ich habe weder Kräuter- noch Anzuchterde verwendet. Kresse scheint unter den Pflanzen das zu sein, was im Tierreich die Küchenschabe ist. Unverwüstlich. Wenn ich dadurch im Winter ein bißchen Geschmack auf die Butterstulle kriege, soll´s mir Recht sein.

Gartenlogbuch: April bis Juni

Ich hatte neulich versprochen, dass ich das Gartenlogbuch zum Selbstausdrucken weiterbaue. Hab ich gemacht.

Die Monate April, Mai und Juni sind dazu gekommen. Zwei Gartenprojekte, die mich im letzten Jahr sehr begeistert haben, sind darin zum Nachbauen beschrieben. Das ist zum einen der Kartoffelturm, zum anderen die Kräuterecke, die für eine Frankfurter Grüne Sauce gebraucht wird. Zwei Karten, die eben so banal wie notwendig sind, habe ich aufgenommen. Die Liste der Dinge, die ich ab April im Garten benötige, zum mit-in-den-Baumarkt-nehmen. Eine (unvollständige) Tabelle über Pflanzen und ihre Ansprüche an Licht.

Mein Lieblingsdings ist aber das auf dem Bild oben. Wenn man das ausschneidet, falzt und klebt, gibt es eine kleine Papiertüte. Davon hätte ich im letzten Jahr gerne welche gehabt. Im Frühjahr für die Reste, im Herbst für das Saatgut aus dem eigenen Garten.

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Gute Nacht, @klappstulli! (37)

„Jetzt kann ich endlich das Feuer knistern hören“, sagt Daniel. Es ist ruhig geworden am Eintopf-Ofen. Ein Kronkorken, ein Zischen. Hinten, wo die Bewegungsmelder das Licht anschalten, sind die Kinder mit ihren Laufrädern.

Daniel hat Kesselgulasch gekocht, und angelockt vom Feuer kamen wir einer nach dem anderen in den Hof. Eigentlich nur, um Altpapier oder Flaschen runterzubringen. Um Guten Tag zu wünschen oder ein frohes neues Jahr.

Meine Haare riechen nach Rauch, mir ist von innen ganz warm. Der Kronsohn sagt, seine Augen sind müde. Das macht das Feuer. Ich nehme mir vor, viel öfter in die Glut zu starren.