Archiv des Autors: Steffi

Ein Loblied.

Selten lobt man seine Kinder für ihren guten Filmgeschmack. Kinder sind Menschen, die kichern, wenn einer „Titikakasee“ sagt. Kinder finden Furzkissen gut und singen Lieder über Popel. Kinder sehen sich die Gummibärenbande an, ohne mit der Wimper zu zucken. Zu Recht also lobt man ihren Sinn für Komik, Filme und komische Filme zunächst nur sehr verhalten.

Wer es dennoch tut, hat möglichweise gerade in Disney´s „Phineas & Ferb“ geschaltet und ist mit Kartoffel in der einen und Schälmesser in der anderen Hand im Türrahmen stehen geblieben und steht da immer noch.

„Phineas und Ferb drankriegen!“ ist die Losung von Candace Flynn, der es nie gelingt, ihre kleinen Brüder bei der Mutter zu verpetzen. Phineas und Ferb sind zwei kleine Typen mit Ananashaaren in rot und grün. Wenn ihnen langweilig ist, bauen sie in allerfeinster MacGyver-Manier Dinge. Ihnen gehört ein Schnabeltier mit Hut, das eine eigene Erkennungmelodie besitzt und psssst! Geheimagent ist. *Pe-erry!* Erzfeind des Schnabeltiers ist Dr. Heinz Doofenshmirtz. Der hatte eine schwere Kindheit und versucht täglich, sich dafür zu rächen. Für Kinder ist das übrigens ein völlig plausibles Setting. Verblüffen kann man sie allenfalls mit der Behauptung, dass Schnabeltiere gar nicht türkis sind und selten Hüte tragen.

Die Serie zeichnet aus, was man in dieser Konsequenz selten findet. Sie funktioniert nach einem strengen Schema. Sie überrascht dennoch täglich mit einer neuen Variante des Schemas. Das fühlt sich bequem an wie ein Hausschuh und lässt den Hauptfiguren Spielraum. So einfach die gezeichnet sein mögen, sie haben allesamt Charakter. Dass sie so vertraut erscheinen, hat einen einfachen Grund. Sie sind Parodien auf Klassiker der Filmgeschichte. Perry und Doofenshmirtz sind Bond und Goldfinger, Itchy und Scratchy, Batman und der Joker. Sie funktionieren nur zusammen, aber stets gegeneinander. Als in einer Folge Perry einen neuen Erzfeind zugeteilt bekommt, vernichten ihn Doofenshmirtz und Perry kurzerhand gemeinsam.

Ganz ohne aufdringliche Pädagogik ist Danville ein multikultureller Ort, an dem erstaunlich viel gesungen wird. Sehr gut gesungen wird. Manchmal auch schief. Mit unsanfter E-Gitarren-Begleitung auf Disney-untypische Texte.

Das wirklich Große, Warme und Gute an Phineas und Ferb ist das Menschenbild. Jeder macht Fehler, jeder hat Schwächen, jeder liebt jemanden. Selbst Buford, der örtliche Schläger, ist hinter seinem Bulldoggengesicht ein liebes Kerlchen, das sich hinreißend um seinen Goldfisch kümmert. Am Ende des Tages ist auch Perry wieder da, und es gibt Kekse für alle.

Phineas und Ferb ist ein Loblied auf die Verrücktheit. Ich bin dem Kind zutiefst dankbar, das im rechten Moment umgeschaltet hat.

Servicehinweis: Phineas & Ferb läuft täglich als Doppelfolge um 19:20 Uhr auf Toggo.

Auf die Zwölf.

Batsch! Mein Tag fängt an. Das Kind haut mir die leere Trinkflasche auf den Kopf. In seiner Welt bedeutet das: „Liebe Mutter! Ich bin wach und wäre geneigt, jetzt etwas Möhrensaft zu mir zu nehmen. Allein meine Arme sind zu kurz, um das Tetrapak zu erreichen, und ich kann auch noch keine Schraubverschlüsse öffnen! Es wäre daher überaus freundlich, Du gingest in die Küche und fülltest mir die Flasche.“ Batsch! In einer 140-Zeichen-Welt hat er Heimvorteil.

Die Hofkinderbande.

Das ist eine weitere Skizze für mein Kinderbuch. Die beiden Mädchen in der Mitte sind meine Heldinnen.

Anna ist ein scheues Kind. Ängstlicher als neugierig, zartrosa. Kyra ist die unangefochtene Königin des Gartens, aber die Art Königin, von der sich alle gern regieren lassen. Auch die Jungs.

Eine Gartengeschichte.

Gerade versuche ich etwas, das ich vorher noch nie gemacht habe. Ich schreibe und illustriere ein Kinderbuch. Um genau zu sein: habe geschrieben, illustriere noch so rum.

Die Geschichte ist schnell erzählt, es ist nämlich ein Buch für eher kleine Kinder. Die wollen nicht durch allzu viele Wörter gestört werden, die wollen Bilder sehen. Also: Geschichte kurz, Bilder viel.

Es gibt in unserem Hof Gärten mit allerhand Tieren darin. Ein Eichhörnchen, einen Stadtfuchs, Frau Amsel, einen Igel und noch ein paar. Außerdem spielen dort allerhand Kinder. Wie es in Gärten so ist – man kennt sich, man grüßt sich, man koexistiert. So auch die Hofkinder und die Gartentiere. Gelegentlich aber erlebt man zusammen etwas. Wenn´s was Gutes ist, müsste von rechts wegen Hans Fallada kommen, um es aufzuschreiben. Wenn der das aus irgendwelchen Gründen nicht geregelt kriegt, weil er beispielsweise schon tot ist, muss das eben jemand anders erledigen.

Ich hoffe, ich kann nächstens das ganze Buch zeigen. Bis dahin werden Illustrationsfortschritte dokumentiert. Prost!

Ein Ausmalbuch.

Die meisten Ausmalbücher, die ich kenne, sind langweilig. Nie sind die bunt, ewig zu klein und wenn man mit Filzstift drauf malt, drückt die Farbe durch. Das zu verbessern kann so schwer nicht sein, dachte ich mir, als ich anfing zu zeichnen. Man soll sich ja immer nur lösbare Aufgaben stellen.

Das Papier-Problem hat der Kopierladen für mich behoben. Auf 160g-Papier kann tuschen, wer Wasserfarbe liebt. DIN A3 ist vor allem für schwungvolle kleine Grobmotoriker gut geeignet. Ich habe die Blätter an der kurzen Seite per Metallringbindung verbunden, Folie davor, Pappe dahinter – fertig ist der Malblock.

Ihr könnt das PDF runterladen, ausdrucken, binden (oder auch nicht) und dann … naja: ausmalen eben. Ist für umme & nur so zum Spaß. Schenk´ich euch zum Kindertag.

Die wunderbar eckige Schrift, aus der die Seitenzahlen und die Icons gemacht sind, heißt Paper Johnny. Sie ist von Stefanie Körner, der ich ganz herzlich danke!