Archiv der Kategorie: für draußen

Auf Pfingstrosen warten

Die Pfingstrose habe ich fast genau so lange wie den Garten. Gekauft habe ich sie, weil der Name so schön war. Sarah Bernhardt. Ich habe sie gleich im ersten Jahr gepflanzt. Sie sah nicht aus, als würde sie heimisch werden. Berlin, wer will das schon? Dicke Luft, die Nächte hell und ständig dieser Lärm. Heute ist ihre allererste Blüte aufgegangen. Wer drei Jahre Geduld mitbringt, bekommt auch mal ’ne rosa Blüte.

Knopfauge.

Unter der Bank steht das Vogelfutterhaus. Ich habe es dort vergessen. In der Zwischenzeit ist eine Maus eingezogen. Die saß heute auf meinem Zwiebeltopf, wo die Tulpenzwiebeln auf den Herbst warten. Ich habe die Maus im Verdacht, meine Erdbeeren anzufressen. Auch die Zwiebeln hat sie probiert. Während ich aber nützliche Tiere wie Spinnen und Schnecken umstandslos rauswerfe, überlege ich, dem Knopfauge das Futterhaus zu lassen. Niedlich kucken hilft eben doch.

  

Roter Hof, Strausberg

Berliner Eltern, die Kindergartenkinder bei sich wohnen haben, kennen den Roten Hof in Strausberg meist als Ziel der Abschlussfahrt. Dort angekommen stellen Berliner Kindergartenkinder einmal kurz fest, das ein Schwein anders stinkt als ein Auspuff, ziehen ihre Stadtkinderschuhe aus und beginnen ein lustiges Leben zwischen Streicheltieren, Ankuck-Tieren und Reittieren. Barfuß. Übernachtet wird im Tipi oder im Wohnwagen, gegessen wird draußen. Der kleine Hofladen hat Eis für die Kinder und kalte Biere für mitgereiste Eltern. Der nächstgelegene Badesee ist gemütlich zu Fuß erreichbar. Wer Spirelli mit Tomatensoße genauso gerne mag wie alle Vierjährigen dieser Erde, kann dort ein überaus entspanntes Wochenende verbringen.

Für die Ausflugsplanung:

Kinderbauernhof Roter Hof
Roter Hof 2
15344 Strausberg

S-Bahnhof Strausberg Nord & Fußweg

01. April bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr

01. November bis 31. März
Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 16.00 Uhr

Sprichwort mit Grün.

Ich verstehe, was sich der Mensch dachte, der die Redewendung von der grünen Hoffnung ins Rennen geworfen hat. Ich hoffe, keine Schnecke frisst den Salat (sondern ich). Ich hoffe auf rote Johannisbeeren. Ich möchte Erdbeeren reifen sehen. Ich bin zuversichtlich, was Zuccini und Kürbis anbelangt. Und alle meine Hoffnungen sind momentan ganz unreif und grün.

Don’t mess with your Hausmeister.

Ich hatte nach einem Verlängerungskabel gefragt. Mein Rasenmäher braucht eins, und ich habe keins. Daniel, unser Hausmeister, verwahrt allerhand nützliche Dinge in seinem Hausmeisterschuppen. Auch dreißig Meter Verlängerungskabel. Meine Frage gefiel ihm nicht, oder vielleicht gefiel ihm auch mein Rasenmäher nicht, oder er hat noch immer kein Vertrauen in mein handwerkliches Geschick. „Warum nimmst’n nicht einfach meinen Rasenmäher? Brauchste kein Kabel für.“ Wer bin ich, meinem Hausmeister zu widersprechen? Der hat im Gegensatz zu mir drei richtige Berufe gelernt, darunter Garten- und Landschaftsbau. Sein Rasenmäher ist ein benzingefülltes Raketentriebwerk, und ratzfatz ist der Rasen ab. Profiwerkzeug eben. Menschen, die sagen, dass gutes Werkzeug wichtig ist, haben Recht. 

Mir bleiben für die Zukunft drei Optionen. Endlich ein Kabel kaufen. Endlich einen Rasenmäher kaufen. Endlich Rasen raus und überall Kartoffeln anbauen. Vor allem aber dies: Immer auf den Hausmeister hören!

Gartenradieschen.

Kein Essen schmeckt jemals besser als eigenhändig geerntetes. Die April-Radieschen sind fertig. Der Kronsohn hat nachgesehen. Er findet, die gehen schon. Ich hab schnell neue gesät.

(Von dem Experiment mit den Radiesern im TetraPak rate ich ab. Viel Blatt, wenig Bommel. Die mögen schon lieber etwas tiefer wurzeln, nehme ich an.)

Piepmätze.

Neben vielen anderen schönen Sachen gibts bei uns in Hof und Garten reichlich Tiere. Nicht nur die Atzenbande, unsere Eichhörnchen, sondern auch Stare, Spatzen, Meisen, Amseln und Eichelhäher. Die Meise residiert bei Nachbars und fliegt schneller als ich fotografieren kann. Muss sie, ihre Familie ist groß und hungrig. Neu ist mir der grüne Kollege – Ein Fink vielleicht?

Aus dem Abendgarten.

Abends ist mein Garten am schönsten. Ich sehe nach, was meine Pflanzen heute so geschafft haben. Das Tränende Herz hat sich durch die Vergissmeinnichtrabatte gekämpft. Stachelbeeren, Johannisbeeren und Kirschen habe Früchte angesetzt. Die Quitte trägt ihre Blüten heute geöffnet. Wild wurzeln neue Himbeersträucher aus dem Boden. Dill und Sonnenblumen sind aufgegangen. Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne glänzen sie alle ruhig und zufrieden.

Tränendes Herz kichert leise.

Eine Blume, ohne die der Oma-Garten einfach kein Oma-Garten wäre, ist das Trändende Herz.  Das heißt so, weil aus seinen herzförmigen Blüten ein weißer Tropfen hervorzuquellen scheint. Es hat noch einen zweiten, ebenso bildhaften Namen. Das „Männchen in der Badewanne“ wird aber erst sichtbar, wenn die Blüte aufgeklappt und nach oben gekehrt ist.