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Kartoffeln.

Alles ist nichts gegen die Vorfreude, die mich befällt, wenn ich blühende Kartoffeln sehe. Es wird zum ersten Mal eine richtige, lohnende Kartoffelernte geben, weil die einfach alle geworden sind. Adretta, Linda, Bamberger Hörnchen. Nicht nur dort, wo ich Saatkartoffeln gelegt habe, sondern auch an den Stellen, an denen ich im letzten Jahr unordentlich geerntet habe.

Ist. Soll. Werkzeug.

Ein Garten braucht offenbar Feinde, die wohl zurückgedrängt, aber niemals vernichtend geschlagen werden. Es wäre etwas aus dem Gleichgewicht, wenn ich keine Hecke, keinen Rasen, keine Blattläuse, Schnecken und Stare mehr hätte, keinen Giersch oder Flieder. So kann ich regelmäßig drüber schimpfen, ein bisschen dran rumkratzen und einmal im Jahr den Muskelkater verfluchen, den ein anständiger Heckenschnitt verursacht. Zum Beispiel heute. 

Die einzige ihrer Art.

Der Kirschbaum, den ich gepflanzt habe, hat eine einzige Kirsche hervorgebracht. Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, der Farbe wegen auch Bernstein- oder Wachskirsche. Is’n Anfang. Aber ich hätte auch ein paar mehr geschafft.

Glück.

Den Kirschbaum haben meine Eltern gepflanzt, und nie konnte ich Kirschen essen, ohne mich zu verschlucken, weil ich, die eine Kirsche noch im Mund, ihre Saftigkeit unterschätzend schon gierig mit langen Armen hoch nach der nächsten griff. Dass das heute noch so ist, ist ein Glück.