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Sommers bei Mama.

Draußen am Giebel des Gartenhäuschens hängen zwei Töpfe neben einer Gießkanne. Davor steht eine grüne Emailleschüssel auf einem Holzblock. Zum Händewaschen. Die Kartoffeln auf der Kochplatte waren vor einer Viertelstunde noch in der Erde, die Gurken hat sie im Durchdengartengehen gepflückt. Drei Sorten Kräuter: Dill, Petersilie und Bollenpiepen. Das ist Zwiebellauch, der heißt hier so. Wir sitzen unter einer Bauplane. Manchmal knallen Mirabellen drauf. Die sind reif und platzen dann. Die Plane hilft gegen Sonne und Mirabelleneinschläge. Mehr könnte ein Dach auch nicht, und keine Gastwirtschaft hat je frischeres Essen serviert. Ich bewundere  Menschen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und ich liebe meine Mama.

Ohne zu bezahlen.

Mit dem Schüsselchen (wem von euch gehört das eigentlich? Seit irgendeinem Hoffest wohnt’s bei mir.) runter in den Garten, eines Sträußchens Thymian wegen. Die Tomaten sind heute wirklich reif, ich nehm die mit. Rucola für mich. Die letzten Erdbeeren für den Kronsohn. Thymian für die Polenta. Es kommt mir immer noch wie geklaut vor, wenn ich ohne zu bezahlen damit in meine Küche schlurfe. Mal ein bisschen gießen, aber mehr habe ich nicht dafür getan, dass ich das alles mitnehmen kann.

Eventuell Tomaten.

Es sieht aus, als wollten die Tomaten dieses Jahr reif werden, und nicht wie sonst von grün direkt zu fauligbraun wechseln. Überhaupt ist nur noch ernsthaftes Gemüse im Garten: Kartoffeln, rote Bete, Spitzkohl und Kohlrabi. Für Eintopf ist es aber noch zu warm. Das Kindernaschwerk – Beeren, Kirschen, Aprikosen – ist längst verspeist.

Zwiebeln für den Winter.

Ich habe etwas sehr schönes geschenkt bekommen: Eine Handvoll Steckzwiebeln. Was an denen so besonders ist? Die produzieren sommers und winters kleine Zwiebelchen. Ich habe noch nie gesehen, dass das aus der Blüte heraus passiert, aber ich hatte bisher auch keine Zwiebeln im Garten. 

Sommerspaziergang.

Wie spät im Jahr es schon wieder ist, sehe ich, wenn ich durch den Garten gehe. Die ersten Brombeeren sind reif, der Fenchel steht mannshoch und bunter wird´s dieses Jahr wohl nicht mehr. Allerdings könnt´ mal jemand vorbeikommen, den Rasen mähen. Der wächst wie bescheuert, weil es abwechselnd warm ist oder regnet. Statt eines Nistkastens sollte ich vielleicht lieber einen Bienenstock hinstellen. Genug Bewohner hocken in allem was blüht.

Blaulicht.

Ich erinnere mich, wie ich da stand und nicht wusste, was an den Beetrand passen könnte. Eine Tüte Saatgut aus dem Nachbarsgarten war noch übrig, und wir beide, die Nachbarin und ich, meinten, es sei Mohn. Die Kapseln waren schon trocken, die Blüten nicht mehr erkennbar, als wir geerntet haben. Sieht kein bisschen nach Mohn aus, was daraus gewachsen ist, aber schön ist es doch. Kennt das wer?

Wiesenblumen bestimmen.

Ich hatte unterwegs Blumen gefunden und sie lieber fotografiert als gepflückt. Nichts gegen schöne Blumensträuße, aber was auf der Wiese wächst, hat meistens gute Gründe dafür. Fotos dagegen kann man mitnehmen, ohne dass sie unterwegs ihren Glanz einbüßen. Ich wollte wissen, was ich da gesammelt hatte. Ganz einfach, dachte ich. Googelste mal Wiesenblumen. Ja, und jetzt weiß ich auch nicht … Kennt jemand ein gutes, handliches Bestimmungsbuch für die handelsüblichen Wildblumen am brandenburger Wegesrand?

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1. Wiesenflockenblume oder Ackerkratzdistel?

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2. Hainsalbei oder Natterkopf?

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3. Jakobs-Geiskraut oder Wiesenbocksbart?

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4. Kleinblütige Königskerze oder Lamarcks Nachtkerze?

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5. Taubenkropf-Leimkraut oder Gewöhnliche Klatschnelke? Jaja. Schon gut. Das ist das selbe.

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6. Wiesenschafgarbe. Die kenne ich.

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7. Wilde Möhre , Giersch oder Bärenklau?

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8. Waldwicke. Aber halt rosa.

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9. Gemeine Margerite oder Acker-Hundskamille?

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10. Die Früchte der Kartoffelrose sind aber auch bloß Hagebutten.