Schlagwort-Archive: Gartenlogbuch

Gartenlogbuch Februar.

Der Februar war so mild, dass alle mehrjährigen Gartenkräuter inzwischen neue Triebe haben. Petersilie und Feldsalat, Liebstöckl, Sauerampfer, Pimpinelle und Zitronenmelisse sind gut über den Winter gekommen und zeigen frisches Grün. Die Sonne steht noch nicht hoch genug, um den Hof zu erreichen. Der liegt bis Ende März im Schatten des Hauses. Den Schneeglöckchen und den ersten lila Krokussen macht das nichts. Primeln, Tulpen und Osterglocken ziehen nach, die zweite Garnitur Krokusse zeigt immerhin schon ihre schmalen, gestreiften Blätter. Meine liebste Blume, die struppige Bartnelke, breitet sich in allen Beeten aus. Kirsche, Aprikose und Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren sitzen voll mit hellen Knospen. Das Mandelröschen macht ebenfalls Anstalten zu blühen. Im Gewächshaus namens “unsere Wohnung” keimen unterdessen die Zinnien und Physalis, das Basilikum wächst gemächlich auf dem Fensterbrett, und der Balkonspinat erholt sich.

Gartenlogbuch Januar.

Der Januar war zunächst so mild, dass der Garten im Begriff stand, sich neue Blüten wachsen zu lassen. Tja, Schneeglöckchen – da hattet ihr euch zu früh gefreut. Ich auch. Ich hoffe, ihr macht mir die Freude, noch am Leben zu sein, wenn der weiße Quatsch weg ist. Gleiches gilt für Krokusse und Tulpen, die auch schon ihre neugierigen Nasen gezeigt hatten.

Außerdem müsste ich endlich mal den Apfelbaum schneiden, sagt mein Hausmeister. Was der sagt, stimmt meistens. Wenn er sagt, wo das Bier steht, sogar zu hundert Prozent.

Gartenlogbuch: April bis Juni

Ich hatte neulich versprochen, dass ich das Gartenlogbuch zum Selbstausdrucken weiterbaue. Hab ich gemacht.

Die Monate April, Mai und Juni sind dazu gekommen. Zwei Gartenprojekte, die mich im letzten Jahr sehr begeistert haben, sind darin zum Nachbauen beschrieben. Das ist zum einen der Kartoffelturm, zum anderen die Kräuterecke, die für eine Frankfurter Grüne Sauce gebraucht wird. Zwei Karten, die eben so banal wie notwendig sind, habe ich aufgenommen. Die Liste der Dinge, die ich ab April im Garten benötige, zum mit-in-den-Baumarkt-nehmen. Eine (unvollständige) Tabelle über Pflanzen und ihre Ansprüche an Licht.

Mein Lieblingsdings ist aber das auf dem Bild oben. Wenn man das ausschneidet, falzt und klebt, gibt es eine kleine Papiertüte. Davon hätte ich im letzten Jahr gerne welche gehabt. Im Frühjahr für die Reste, im Herbst für das Saatgut aus dem eigenen Garten.

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Top Pflanze! Gerne wieder.

Ich hatte mir zu Anfang meiner gärtnerischen Bemühungen Gedanken darüber gemacht, wie ich das frisch gewonnene Wissen fortlaufend archivieren und durchsuchbar halten kann. Ziemlich exakt vor einem Jahr habe ich deshalb das Moleskine Gardening Journal in Betrieb genommen. Es sollte analog sein, anzufassen mit dreckigen Gartenhänden, aufzubewahren bei den Heckenscheren. Das digitale Pendant ist mein Blog.

Es scheint nun so zu sein, dass ich mit komplett linearen Sachen nicht mehr arbeiten kann. Das Moleskine ist mir zu starr geworden. Spätestens ab Juni haben mir Seiten an einer Stelle gefehlt oder waren an anderer Stelle über, und umheften geht leider nicht. Auch ist mein persönlicher Garten eher eine Fressmeile denn eine landschaftsarchitektonische Leuchtboje. Mit vielen Rubriken konnte ich nichts anfangen. Deshalb habe ich schnell mal ein eigenes Gartenlogbuch entworfen.

Es reicht bisher nur bis März, quasi eine public beta. Drin ist alles, was ich exzessiv genutzt habe. Dazu kamen einige Dinge, die ich dieses Jahr gelernt habe. Das Format ist ein handliches DIN A5 – könnt ihr drucken, lochen, heften oder als Karteikarten ablegen. Seiten, die ihr nicht braucht, druckt ihr einfach nicht aus. Seiten, die ihr öfter braucht, druckt ihr nochmal aus. Seiten, die ihr haben wollt, die ich aber vergessen habe, schreibt ihr mir in die Kommentare. Die werden nachgeliefert. Auch Verbesserungsvorschläge werden dort gerne entgegen genommen und nach Möglichkeit umgesetzt. Wenn ihr inhaltlich beitragen wollt, Termine hinzufügen, Top Ten der Mangoldrezepte oder was euch sonst wichtig erscheint: Nur zu! Es darf ruhig ein dickes, kluges Buch werden.

Bitteschön, dankeschön und auf ein Neues!

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Gartenlogbuch September

Im September hat mein Garten fast keine Sonne mehr. Die Quitten, deren Blüten ich im April fotografiert hatte, sind jetzt reif. Ein paar davon habe ich mit in den Birnensaft gegeben. Feldsalat und Spinat habe ich Anfang September ausgesät. Angeblich überwintern beide und haben dann im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung. Ob das stimmt, sehen wir dann so ungefähr im Mai 2014. Könnt ihr schon soweit denken? Ich nur schwer. Eine meiner Himbeeren scheint sich am Wetter nicht groß zu stören und trägt immer noch, ebenso die Monatserdbeere. Der Kapuzinerkresse ist das Wetter auch ziemlich piepe. Ähnlich unverwüstlich ist der Mangold, den ich auch noch mindestens einmal ernten kann, dieses Jahr. Ob die beiden Kürbisse noch etwas werden, kann ich nur schwer abschätzen. Wenn nicht, liegen sie eben rum und sehen hübsch aus. Auch der Lavendel hat immer noch frische Blüten. Außerdem habe ich eine Blume, deren Namen ich nicht kenne: Zartlila Blüten, aber gar keine Blätter. Sieht beinahe wie ein Krokus aus. Kennt die einer und kann mir sagen, was das ist?

Weil ich vorgestern die Tulpenzwiebeln gesetzt habe und mir im Gegensatz zu Atze, dem Eichhorn nicht merken kann, wo die liegen, habe ich Schilder dazu gebaut. Aussortierte Esslöffel, Tuschfarbe, Sprühlack. Prima Idee – nicht von mir, sondern aus dem Buch “Meine Gartenwerkstatt” von Thekla Ehling und Judith Drews.

Gartenlogbuch August.

Der Garten Ende August ist dunkelgrün und voll. Wie groß Pflanzen werden können, habe ich im Frühjahr unterschätzt. Während im Juni und Juli nur das Beerenobst für den Nachtisch und ein bißchen Salat gewachsen sind, beginnt jetzt die Haupterntezeit für richtiges Essen. Alles mögliche ist gleichzeitig reif. Die Buschbohnen sind fast schon durch, Mangold, Kräuter und Tomaten wachsen laufend nach, Kartoffeln dürfen raus, Sellerie und Porree auch. Die Kürbisse haben noch Zeit, ebenso der Wein. Gelegentlich finde ich eine Erdbeere, aber die sind eher wie das angeleckte Gummibärchen aus der Sofaritze.

Ernten ist wie Aufräumen. Macht nicht so´n Spaß wie ich dachte. Die Blumensträuße sind schon alle, nach und nach wird der Garten jetzt leer.

Gartenlogbuch April.

Der zweite Gartenmonat ist rum. Mein April-Garten enthält drei Arten von Pflanzen. Welche, die ich gesät, fotografiert und anschließend verspeist habe – Gartenkresse nämlich. Gerade erst gestern. Dann solche Pflanzen, die mir überraschend zugewachsen sind, obwohl sie nicht auf meinem Gartenplan standen. Davon habe ich ein paar geschenkt bekommen – die Erdbeere “Senga Sengana” beispielsweise, aber auch den Liebstöckl, die Zitronenmelisse und einen Schnittlauch. Weil ich fassungslose Beete nicht mag, habe ich Lavendel, Studentenblumen und Grasnelken als Beetumrandung gekauft. Schließlich war in meinen Blumenkästen vom vorigen Jahr noch Pfefferminze drin, die sich von mir aus gerne richtig breit machen kann. Die dritte Pflanzenart sind jene, die ich gesät, belauert, gegossen und beinahe schon aufgegeben hatte. Aber plötzlich waren sie da, volle Pulle. Die Erbsen. Kleine Radieschen, die aussehen wie Schmetterlinge. Mangold. Sauerampfer. Ruccola. Dill, von frisch gesätem Rasen kaum zu unterscheiden. Noch mehr Schnittlauch, der eingerollt zur Welt kommt. Borretsch. Kerbel. Essbare Blüten. Und drumherum in den Höfen und Gärten, auf der Straße vor dem Haus, an Gehwegen und in Rabatten tobt das Leben. Sogar die Schnecken knutschen. April ist super!

Gartenlogbuch März

Da isse, die Sonne! Seitdem weiß ich, dass mein Gärtchen im Schatten eines Wohnhauses liegt. Erst nachmittags und abends wird es dort so richtig hell. Das erklärt den feuchten, schweren Boden und warum Schilf, Farn und Walderdbeeren dort wachsen. Der März ist graublau und erdig, wintergrün, etwas gelb und stellenweise rosa. Als Grafikdesignerin würde ich sagen: Der März ist ein farblich sehr zurückhaltender Monat.

PS. Ein schönes Galerie-Plugin wäre schön.